Theodor Fontane: „Ich bin das Bruch unzähligmal durchreist …!“


Theodor Fontane (1819-1898) besaß zum Oderbruch biografische Beziehungen. In Letschin hatten seine Eltern eine Apotheke und in Schiffmühle verlebte sein Vater seinen Lebensabend. Häufig weilte Fontane in der Region. An einen Bekannten schrieb er:

"Hier in Letschin hab ich die Cavernen meines schwindsüchtigen Porte Monnais's halb­wegs wieder geheilt."

Bei seinen zahlreichen Fahrten durchs Bruch und den Studien in den Bibliotheken der Herrenhäuser sammelte Fontane Anfang der 1860er Jahre Informationen, die nicht nur in seinen Wanderungen durchs „Oderland“, sondern auch in der Kriminalnovelle „Unterm Birnbaum“ und seinem einzigen historischen Roman „Vor dem Sturm“, Einzug fanden. Gewissermaßen ist Fontane selbst, mit seinen „Wanderungen durch die Mark“, ein fantastischer Reisebegleiter. Vielleicht stimmen Sie, nach dem erlebnisreichen Tag, seinem Rat zu:

„Ich bin die Heimat durchzogen,
und ich habe sie reicher gefunden,
als ich zu hoffen gewagt hatte.“

 Die Fahrt führt durch das reizvolle Oderbruch, einer Region mit viel Geschichte und vielen Geschichten. Theodor Fontane schrieb nicht nur über die wunderschöne Landschaft, sondern auch über die historischen Abläufe und über den hiesigen Adel.

Ganz anders die Novelle „Unterm Birnbaum“. Diese Kriminalgeschichte, die den Leser bis zur letzten Seite fesselt, ist ein Beleg für Fontanes bewundernswerte Kunst des Erzählens. Dazu kommt die unübertreffliche Zeichnung der märkisch-bäuerlichen Figuren. Aus der Sicht eines überzeugten Großstädters ließ er den hiesigen Pfarrer Eccelius folgende Worte sprechen.

"Du kennst unsere Brücher: sie sind hochfahrend und steigern ihren Dünkel bis zum Haß gegen alles,

was sich ihnen gleich oder gar überlegend glaubt."

Diese Bemerkung trifft auf die heutigen Bewohner jedoch nicht zu. Während der Rundreise entdecken Sie das historische Oderbruch, erfahren Wahres und Fiktives aus den Hinterlassenschaften Fontanes, als Literat und "Kriegsberichterstatter".


Möglicher Stationen der Rundreise (5-6 Stunden)

Wie es in alten Zeiten war

Erinnerungsstein an die friderizanische Trockenlegung
Erinnerungsstein an die friderizanische Trockenlegung

Die Begegnung mit einer reizvollen Kulturlandschaft - wie sie Fonatne erlebte. Sie führt:

  • durch die Alt- und Neudörfer,
  • nach Neulietzegöricke, wo die Oder ein neues Bette erhielt,
  • entlang der Alleen und
  • zu Denkmalen, die einen eigenen Charme ausstrahlen.

Die Rundfahrt kann ganz nach Ihren Wünschen gestaltet werden.


Die Höhen und das Oderbruch

Blick vom Krugberg bei Seelow ins Oderbruch
Blick vom Krugberg bei Seelow ins Oderbruch

  • Bei Seelow eröffnet sich ein fantastischer Blick in das flache Oderbruch.
  • Fontane schrieb begeistert: „Halben Weges, ebenda, wo das Plateau hinaufschickt, halten wir, um uns an dem Landschaftsbild zu freuen, das sich jetzt in überraschender Schönheit vor uns ausbreitet. Der Gottessegen berührt hier das Herz mit einem ganz eigentümlichen Zauber …“.

 


Das Pfuhlsche Land

Ruhestätte für Ernst v. Pfuel  in Jahnsfelde
Ruhestätte für Ernst v. Pfuel in Jahnsfelde
  • Die Fahrt ins Oderbruch erfolgt durch das Pfuelsche Land. In vielen Orten, wie Jahnsfelde, Gielsdorf und Wilkendorf erinnern noch heute viele Grabstellen an diese Familie.
  • Sie erfahren Wissenswertes zur Familiengeschichte derer von Pfuel, wobei das Leben und Wirken von Ernst v. Pfuel und seine Freundschaft mit Heinrich von Kleist im Mittelpunkt stehen.
  • Als preußischer Offizier kämpfte er in den Befreiungskriegen an der Seite der Russen, war Gouverneur des Fürstentums Neuchatel, Kommandant der Festung Köln und Kommandant von Berlin. Er ließ am 15 März 1848 nicht aufs Volk schießen. Mit seinem Namen waren auch die Pfuelschen Badeanstalten in Berlin verbunden.

Die Festung Küstrin (Kostrzyn)

Ehemalige Altstadt von Küstrin mit dem sanierten Kietzer Tor
Ehemalige Altstadt von Küstrin mit dem sanierten Kietzer Tor

  • Fontane widmete Küstrin in seinen Wanderungen der alten Stadt unter dem Kaptitel "Jenseits der Oder" einen würdigen Platz.
  • Er schilderte u. a. das Leben von Hans von Küstrin und die "Katte Tragödie".

Fontanes Letschin

Die Büste von Theodor Fontane in Letschin (Foto: Detlef Mallwitz, 2014)
Die Büste von Theodor Fontane in Letschin (Foto: Detlef Mallwitz, 2014)
  • In Letschin lebte Fontane mehrere Jahre, half in der väterlichen Apotheke aus und besuchte es auch nach seinem Fortgang.
  • Zwar steht der „Birnbaum“ nicht mehr, aber dennoch lassen sich hier Spuren seines literarischen Werkes entdecken.
  • Die Kriminalnovelle "Unterm Brinbaum" wurde mehrfach filmisch umgesetzt.

 

 

 

 


Gusow oder Guse

 

"Alles in Gusow oder doch alles Beste, was es hat, erinnert an den alten Derfflinger: Schloss, Park, Kirche."

  • Fontane widmet Gusow ein ganzes Kapitel.
  • Er beschreibt die Geschichte des Schlosses und seines berühmtesten Bewohners: Generalfeldmarschall Georg Freiherr von Derfflinger.
  • In der Kirche befindet sich das liebevoll restaurierte und von Schlüter geschaffene Epitaph. Seine Gruft ist seit 1945 leer.
  • Schloss Guse und die Tante Amalie beschreibt Fontane in seinem Roman "Vor dem Sturm".
  • Fontane hatte in jungen Jahren Pläne in Gusow eine Apothekerstelle anzunehmen.

Quilitz oder Neu-Hardenberg

Begräbnisplatz derer von Prittwitz in der Kirche von Neuhardenberg
Begräbnisplatz derer von Prittwitz in der Kirche von Neuhardenberg

Hier "begegnen" sich zwei Neuruppiner Schinkel mit seinen Bauwerken und Fontane mit seinen Erzählungen.

  • Große Meister ihres Faches haben uns Zeugnisse ihres Könnens hintrelassen.
  • Schinkel mit dem Schloss-Ensemble, der Kirche und der Gestaltung des Dorfes.
  • Peter Joseph Lenné mit der Gestaltung des Landschaftsparks.
  • Fontane schildert abder auch die Rettung des Königs bei Kunersdorf (1759) durch den Rittmeister v. Prittwitz.
  • Aber auch das Leben und Wirken des Staatskanzlers v. Hardenberg.

 


Fontane-Haus in Schiffmühle

  • Louis Henri Fontane, der Vater Theodor Fontanes (1819-1898), lebte seit 1855 bis zu seinem Tode 1867 in Schiffmühle.
  • Im nahen Kolonistendorf Neutornow fand er seine letzte Ruhestätte
  • Im restaurierten Haus gibt die kleine Ausstellung Einblicke in das Leben von Louis Henri Fontane und die Beziehungen zwischen Vater und Sohn.

Weiteres Angebot siehe auch: "Als ob Preußens Fahnen wehen".

Weiteres Angebot siehe auch: "Vor dem Sturm ..."