Der Kessel von Halbe

1. Ukrainische Belorussische Front Halbe Teupitz
Stabskarte der 1. Ukrainischen Front, 25. April 1945 (Ausschnitt)

Mein Anspruch: 

Während des Vortrages und den Geländebesprechungen nutze ich neben den deutschen Dokumenten, auch Gefechtsberichte und Kriegstagebücher der Verbände der 1. Weißrussischen Front.

Gemeinsam mit einem Kollegen werte ich Dokumente des Russischen Staatlichen Militärarchivs aus, die so manches in der Vergangenheit Publizierte in einem anderen Licht erscheinen lassen.

Gerade in den letzten Jahren konnten dadurch neue Erkenntnisse über die Kampfhandlungen um Küstrin, Klessin und vielen anderen Orten gewonnen werden. Bisher waren es Tausende Seiten, die mühsam übersetzt und analysiert wurden. Der Fundus scheint unerschöpflich.

Oft musste ich mich in der Vergangenheit korrigieren. Aber das macht die Arbeit "Geschichte am historischen Ort" so spannend

 

 


Militärhistorische Exkursion Halbe im Rahmen "Geschichte und Verantwortung" der Gedenkstätte Seelower Höhen (zweite Person von links: Karl Stich, Mitautor "Kessel von Halbe 1945")
Militärhistorische Exkursion Halbe im Rahmen "Geschichte und Verantwortung" der Gedenkstätte Seelower Höhen (zweite Person von links: Karl Stich, Mitautor "Kessel von Halbe 1945")

Halbe 1945: Nach dem für beide Seiten verlustreichen Durchbruch der 1. Weißrussischen und der 1. Ukrainischen Front durch die deutsche Verteidigung wurden Teile der 9. Armee und der 4. Panzerarmee in den märkischen Wäldern bei Märkisch Buchholz, Halbe und Teupitz eingeschlossen. Im Kessel von Halbe befanden sich mehr als 100.000 Angehörige der Wehrmacht, der SS und des Volkssturms, aber auch eine unbekannte Anzahl von Zivilisten. Die Kampfhandlungen Ende April 1945 gehörten zu den großen Kesselschlachten des deutsch-sowjetischen Krieges. Für die sowjetische militärische Führung war die Einschließung und anschließende Vernichtung der deutschen Truppen von besonderer Bedeutung, denn damit wurden wichtige Ziele der Berliner Operation erreicht.

Vom 24. April bis zum 02. Mai 1945 fanden zahlreiche, oftmals nicht untereinander koordinierte Ausbruchsversuche statt. Nur ca. 25.000 Soldaten erreichten die 12. Armee. Zahlreiche Kriegsgräberstätten erinnern heute an die militärischen und zivilen Opfer. Ein thematischer Vortrag und eindrucksvolle lagebezogene Führungen an historischen Orten über das Entstehen des Kessels, die Handlungen der sowjetischen Fronten zur Vernichtung der deutschen Gruppierung und über die Ausbruchsversuche der Eingeschlossenen geben Einblicke in das damalige Geschehen.


Ein Beitrag der Redaktion der Bundeswehr. Im Gespräch mit Herrn Oliver Breithaupt (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) und Gerd-Ulrich Herrmann.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=0xcIggG1EkM

 


Vortrag: Der Kessel entsteht (ca. 45 min)

Anhand einer PowerPoint-Präsentation werden die damaligen militärischen Ereignisse kontextualisiert. Schwerpunkte des Vortrages bilden:

  • Die Geografie des Schlachtfeldes.
  • Die historische Einordnung der militärischen Handlungen.
  • Die Lageentwicklung bei der 9. Armee und der 4. Panzerarmee bis zum 24. April 1945.
  • Der Kessel entsteht (25. April 1945).
  • Ausbruchsversuche deutscher Truppen ab 25. April 1945.
Download
Der Kessel entsteht
Lage.jpg
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Militärhistorische Führung

Forsthaus Hammer

Führung Forsthaus Hammer 9. Armee Busse Ausbruch
Forsthaus Hammer im April 1945 Gefechtsstand von General Busse

 

  • Beurteilung des Geländes.
  • Lageentwicklung am 24. und 25. April 1945.
  • Idee und Handlungen der Truppen der 1. Ukrainischen Front bis zum 26. April 1945.
  • Bildung des Kessels von Halbe.
  • Entschluss des Oberbefehlshabers der 9. Armee General der Infanterie Theodor Busse.
  • Ausbruchsversuche deutscher Kräfte am 24. und 25. April 1945.

 


Forsthaus Halbe

Forsthaus Halbe Ausbruch Straßenkämpfe
Forsthaus Halbe nach den Kämpfen, aufgenommen von der Roten Armee (Archiv Uwe Klar)

 

  • Geografie des Ausbruchs.
  • Lage der deutschen und sowjetischen Truppen vor dem Ausbruch.
  • Situation der Zivilisten
  • Entschluss zum Ausbruch deutscher Kräfte.
  • Beginn des Ausbruches der deutschen Hauptgruppierung (28. April 1945; 19.00 Uhr).

 


Halbe (Kirchstraße)

Ausbruch Panzersperre Panzerabteilung Brandenburg
Kirchstraße, Ortsausgang Halbe in Richtung Teurow
  • Prinzipieller Aufbau einer Panzersperre.
  • Handlungen der Panzerabteilung Brandenburg während des Ausbruchs.
  • Kampf um die Panzersperre.
  • Die „Todesschneisen“ in Richtung Autobahn.
  • Schicksal der Bevölkerung von Halbe und der Flüchtlinge.

 


Halbe (Lindenstraße)

Ausbruch Panzersperre schwere SS-Panzerabteilung 502
Lindenstraße in Höhe der ehemaligen Barrikade

Halbe (Lindenstraße)

  • Ausbruchsversuch der 502. schweren SS-Panzerabteilung.
  • Handlungen weiterer Ausbruchsgruppen ab dem 29. April 1945.
  • Handlungen von Teilen der 1. Weißrussischen Front zur endgültigen Vernichtung der deutschen Gruppierung im Raum Märkisch Buchholz-Halbe-Teurow.
  • Durchbruch deutscher Einheiten bis zur 12. Armee (29. April bis 2. Mai 1945).

 


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Ausbruch in Richtung 12. Armee
Ausbruch.jpg
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Halbe (Waldfriedhof)

Erinnerungen Gefallene Wehrmacht Ketschendorf
Waldfriedhof Halbe (volksbund/ bbg/br.)

 


Zu empfehlen ist ein anschließender Besuch des Soldatenfriedhofes Baruth, auf dem 1375 sowjetische Gefallene ruhen und eine Fahrt mit Erläuterungen zum Ausbruch deutschen Kräfte entlang der B 96 in Richtung Zossen. Ein Besuch der Waldstadt, ehemals Oberkommando des Heeres und Sitz des Oberkommandierenden der Gruppe der sowjetischen Truppen in Deutschland, ist möglich.

 

Hinweis: Bei Anreise der Gruppe aus dem Berliner oder Frankfurter Raum können je nach Interesse Fahrstrecken so gewählt werden, dass während der Fahrt zu den Rückzugshandlungen und der Bildung des Kessels  detaillierte Informationen gegeben werden.